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Mentale Gesundheit stärken nach narzisstischem Umfeld


Emotionale Erpressung, keine Empathie und fehlender Support: Ein narzisstisches Umfeld kann belastend sein. Sowohl wenn man darin lebt, aber auch, wenn man es bereits verlassen hat. Was sind Punkte, die sich negativ auf die eigene psychische Gesundheit auswirken können? Sowohl dann, wenn man ein narzisstisches, ungesundes Verhalten in der Vergangenheit erfahren hat oder man sich noch immer in einem solchen Umfeld befindet. Ich habe drei Punkte, deren Auswirkungen und meine Shorttipps, wie du dich selbst stärken kannst, zusammengestellt:

Emotionales Triggern und emotionale Manipulation 

Wie ich es schon oft beschrieben habe, versuchen Narzissten und Narzisstinnen (ich schreibe in der männlichen Form, das ist leichter zu lesen), emotional zu triggern. Das mit fatalen Auswirkungen auf das mentale Wohlbefinden. Da gibt es die emotionale Erpressung über Angst und extreme Pflichtgefühle, die narzisstische Eltern bei ihren Kindern immer wieder absichtlich auslösen können. Auch langes Schweigen, das Drohen mit Trennung in toxischen Beziehungen und passiv-aggressives Verhalten führt zu emotionalem Dauerstress. Hinzu kommen Schuldzuweisungen und das Gefühl, selbst nicht richtig und gut genug zu sein. Denn es gibt von einem narzisstischen Umfeld negatives Feedback für eigentlich fast alles.


Beispiel Imke und ihre narzisstische Mutter

Imkes Handy klingelte wieder, ihr Vater war dran. „Imke, wie geht es dir, sag mal, ich glaube, deine Mutter freut sich, wenn du wieder kommst. Du weißt ja, ihr Zucker und dann die Osteoporose und die Hüfte. Der Garten, es ist doch alles sehr viel.“ Imke hasste es. Immer dieses schlechte Gewissen und dann dieses Pflichtgefühl, das sofort hochkam. Wie schon früher, immer kümmerte sie sich um ihre Mutter, weil sie ständig was hatte. Imke machte das Stress, im Kopf, aber auch zeitlich im Leben, es war so anstrengend. Sie war so kaputt, alles schmerzte, und sie mochte manchmal morgens nicht aufstehen.

Mangel an Empathie 

Es gibt in einem narzisstischen Umfeld oft einen Mangel an Empathie. Da gab es kein Einfühlungsvermögen der Eltern früher, man wurde mit harter Hand erzogen. Es gab emotionale und auch im Extremfall körperliche Gewalt. Zudem auch kein Mitgefühl und keinen Fürsprecher bei schlimmen und belastenden Situationen. Im Gegenteil, man spürte, dass sich das narzisstische Umfeld insgeheim sogar freute, wenn es einem selbst schlecht ging. Zudem erlebt man auch das Belächeln von Leistungen und von sich selbst. Das Abwerten über Auslachen und Bloßstellen auch vor anderen kennt man aus der Kindheit, es wurde einem ständig das Gefühl gegeben, peinlich zu sein. Ein Gefühl, das sich in der ungesunden Partnerschaft fortgesetzt hat oder noch immer fortsetzt.

Beispiel Jonas und Ayla

Jonas lag wach im Hotelbett neben Ayla. Sie waren gemeinsam im Kurzurlaub und hatten dort ein Paar an der Bar kennengelernt. Als Ayla mehrere Cocktails hatte, begann sie wieder so ätzend zu werden und alles zu belächeln, was Jonas sagte und tat. Sie fing an, unangenehme Stories zu erzählen, auch über seine Mutter. Es war so verletzend für ihn, aber Ayla fand das normal und lustig.

Ständig auf das narzisstische Umfeld fokussiert

Zudem befindet man sich in einem dauerhaften emotionalen Stress, war oder ist noch immer ständig auf das narzisstische Umfeld fokussiert und versucht, mitunter  schon als Kind, dessen Forderungen, Wünsche sowie vermeintliche Bedürfnisse zu erfüllen. (Aber trotzdem macht man scheinbar nichts richtig.)

Was macht das mit einem? 


Es ist, wie bereits erwähnt, ein emotionaler Dauerstress: Selbstzweifel steigen extrem, gerade dann, wenn man ständig angezweifelt und belächelt wird und nie das Gefühl hat, liebenswert zu sein. Der Selbstwert kann sich nicht entwickeln bzw. wird ständig weniger und immer wieder negativ beeinflusst. Das Problem ist oft: Man glaubt sehr lange, das Verhalten ist normal, und man hat nichts anderes verdient. Das, obwohl man sich nicht gut anfühlt. Man weiß nicht, was man selbst will und wer man ist, weil man sich nur auf das narzisstische Umfeld und seine Bedürfnisse fokussiert (hat). Man ist aufgrund der emotionalen, aber auch körperlichen Anspannung und Belastung ausgelaugt und innerlich leer: Es kann zu Depressionen und Süchten kommen. Die Performance auf der Arbeit kann sinken, in der Schule und später dem Job, das sagt auch eine aktuelle Studie. Denn auch diese bestätigt, dass psychische Gesundheit und Produktivität eng miteinander verwoben sind. Denn eine schlechte psychische Gesundheit – zum Beispiel in Form von Depressionen, Angstzuständen oder Burnout – kann die Motivation und die Arbeitsleistung stark verringern und gleichzeitig den Stress erhöhen. Mit schwerwiegenden Folgen für deinen selbst und auch die Beziehungen zu anderen. Dauerhafte Schlafstörungen beeinflussen die Ausgeglichenheit, das zeigt auch die Sleep is health Studie.

Mentale Gesundheit stärken nach narzisstischem Umfeld: Meine drei Short-Tipps für dich

Erkenne was du miterleben musstest als Kind 

Versuche dir ein klareres Bild zu machen, das kann sehr schmerzhaft sein, aber es bringt (wichtige) Klarheit. Zudem auch mehr Verständnis für dich und deine Situation. Solltest du dieses noch nicht  haben, dann ist es auch wichtig das zu lernen. Denn Narzissten was ich beobachtet habe: Narzissten haben zu viel Selbstmitleid aber Komplementärnarzsisten (das ist kein ausgeprägter Narzissmus, sondern das Gegenteil) oft viel zu wenig davon und auch Nachsicht mit sich. Es ist wichtig zu sehen, welchem Stress du ausgesetzt gewesen bist.

Ordne mögliche Auswirkungen auf dein aktuelles Leben ein 

Die Auswirkungen können vielfältig sein und sind abhängig von der eigenen psychischen Verfassung undRolle. Aber auch dem Maß an Narzissmus im engen Umfeld und ebenso auch, was man für externen Support mitunter hatte. Man kann viel zu unterstützend für andere sein, zu helfend und leichtgläubig. Zudem auch Unsicherheiten haben und nicht wissen, wegen ständiger Selbstzweifel, wie viele großartige Dinge man alle kann. Eine andere häufige Auswirkung: Man weiß nicht, wer man ist. Ich habe unzählige Veröffentlichungen dazu, schau dich gerne einmal um. Wenn du individuelle Fragen hast, dann melde dich auch immer gerne.

Lerne gesunde Beziehungen 

Ein Partner, der bedingungslos hinter einem steht, einen fördert in seiner eigenen Entwicklung, Grenzen einhält und eigene Wünsche akzeptiert. Eine Beziehung, in der es gesunde Konflikte gibt. Wo Kommunikation auf Augenhöhe gelebt wird und ein gesunder, wertschätzender Humor. Das alles ist wichtig um ein glückliches Leben zu führen. Versuche zu lernen, was gesunde Beziehungen ausmacht und lasse nur diese auch in dein enges Umfeld. Suche dir zudem auch ein wertschätzendes berufliches Umfeld. Deshalb noch ein letzter Tipp:

Wähle ein gesundes Umfeld aus

Erkenne rote Fahnen, werde dann aufmerksam und beginne, deine Grenzen zu setzen (wenn du das noch nicht so gut kannst, dann versuche, schrittweise zu lernen). Das ist u. a. auch Thema in meinem aktuellen Buch. 

Video Mentale Gesundheit stärken nach narzisstischem Umfeld

Marie

Hi, ich bin Marie, eine sport- und reisebegeisterte Expertin für das Thema Narzissmus. Mit langjähriger Erfahrung als Bloggerin und mittlerweile über insgesamt 400 Artikeln schreibe ich hier seit 2016 jeden Samstag zu den Themen Narzissmus, psychische Gesundheit, Psychologie und gesunder Selbstwert. Seit 2016 betreibe ich zudem mit viel Herzblut und Leidenschaft meinen YouTube-Kanal »Narzissmus verstehen«, der mittlerweile über 60.000 organisch gewachsene Follower hat. Darüber hinaus bin ich Autorin des Ratgebers „Die Maschen der Narzissten“, der in der fünften Auflage beim Gräfe und Unzer (GU) Verlag erschienen ist. Zudem biete ich professionelle Beratung und auch Coaching an. Gemeinsam mit meinem Kooperationspartner der Akademie Heidelberg biete ich regelmäßige Online-Workshops zum Thema „Narzissmus im Job“ an. Alle Inhalte meines Blogs und meiner weiteren Plattformen sind urheberrechtlich geschützt. 🫶 Marie

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