
Narzisstischer Vater
Ebenso, wie eine Mutter mit stark narzisstischen Zügen, gibt es selbstverständlich leider auch stark narzisstische Väter. Aber was zeichnet einen narzisstischen Vater im alltäglichen Leben aus, wie verhalten sich diese oft. Das schauen wir uns heute einmal genauer an. Noch mehr zum Thema mit weiten Infos und Tipps gibt es auch in meinem Buch, es ist auch hier eine sehr gute Ergänzung.
Narzisstischer Vater: Verhalten innerhalb der Familie
Ein narzisstischer Vater kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. Er kann total charmant nach außen sein. Innerhalb der Familie aber eiskalt: “Mr. Supercharming-Eiskalt” sozusagen. Oder er ist der ganz Korrekte, macht immer alles ganz genau, zumindest scheint es nach außen so: In Haus und Garte achtet er sehr auf das perfekte und richtige Außenbild, wie auch bei der Kleidung und auch sein geliebtes Auto ist immer frisch poliert. Er hat sehr konservative Weltsichten und auch ein solches Familienbild (zumindest nach außen) und ist stolz darauf. Dabei herrscht bei ihm aber eine Doppelmoral: Es kann auch sein, dass er, wenn man an seine Kindheit denkt, nie da war, weder körperlich noch geistig. Auch dann, wenn der nicht wieder unterwegs war. Denn weg war er vielleicht sogar sehr oft: Hatte der Vater die Möglichkeit, ein Meeting weit weg zu verbringen, war er der Erste, der sich freiwillig in der Firma meldete. Noch motivierter war er, wenn er die Gelegenheit hatte, bei einem externen Termin seine Geliebte zu treffen. Denn Affären hatte er oft. Natürlich erklärte der narzisstische Vater der Familie das jahrelang immer ganz anders: “Dad muss wieder weg, dringende Termine, ach wie gerne wäre ich doch zu Hause geblieben! Mein Job ist so verdammt stressig und ich muss für uns alle sorgen und doch das Geld verdienen, es ist nicht leicht für mich!“
Wie tritt ein narzisstischer Vater nach außen oft auf?
Auch hier kann es verschiedene Verhaltensweisen und Gesichter eines narzisstischen Vaters geben. In der Öffentlichkeit hegt er das perfekte Bild. Designerkleidung, immer modisch, ein tolles Auto vor der Tür, “Mr. Charming” bei allen Frauen, ob bei älteren oder jüngeren Frauen. Der laute Auftritt ist sein Ding aber nicht selten auch für alle in der Familie zum Fremdschämen. Ein paar scheinbar smarte, eischleimende Worte, ein Lächeln, das ist sein Geheimnis. Er hört allen immer gerne oberflächlich zu und ist scheinbar doch hilfsbereit und so fürsorglich zu seiner Familie, die doch sein ganzer Stolz zu sein scheint. Denn er inszeniert sich bei jeder Gelegenheit – ob Dorffest oder Familienfeier – als absoluter Familienmensch und als Ernährer der Familie, muss er doch unter der Woche so unglaublich viel arbeiten. Dabei zeigt sich hinter verschlossen Türen ein ganz anders Bild, er ist faul, desinteressiert an der Familie, unberechenbar laut und vielleicht sogar aggressiv.
Vielleicht ist er aber auch der Ruhige, verdeckt narzisstische Vater
Der zurückhaltende, immer von allen in seinem Umfeld als den liebevollen Vater gesehene Mann. Der Vater, der nicht in der ersten Reihe steht, aber durch seine irgendwie schüchtern wirkende Art auffällt. Derjenige, der sich scheinbar immer aufopferte, sich sogar kirchlich engagiert. Aber dann gibt es die zweite Seite von ihm, die niemand außer seiner Familie kennt. Denn hat er Druck durch beruflichen Stress, dann lässt er ihn nur dort raus. In völliger Rage fast im Wahn, hinter verschlossener Tür, wenn er ausnahmsweise mal zu Hause ist verschaffte er sich Luft und tobt. Dafür brauchte es nicht viel, eigentlich, manchmal gar keine richtigen Gründe.
Wie behandelt ein narzisstischer Vater seine Töchter und Söhne oft hinter verschlossenen Türen
Sein Sohn John wollte immer nur eins: Anerkennung und dass sein Vater stolz war. Stolz war auf sein Fußballspiel nur einmal am Rand des Feldes seinen Vater sehen. Zu spüren und zu sehen, dass er ihm wirklich bei seinem Spiel zusah und ihn und nur ihn mal so richtig anfeuerte. Das war sein größter Wunsch. Er kam genau zweimal zu einem Fußballspiel in den letzten 18 Jahren. Die Zeit des Spiels nutzte er aber, sich am Wurststand zu unterhalten oder mit den anderen anwesenden Müttern zu flirten. So war er eben. Er hatte einfach kein Interesse, aber wollte trotzdem Leistungen geliefert bekommen.
Manchmal war Lena Papas Prinzessin
Dann nannte er sie auch so. Der leicht ironische Unterton, den hatte sie gelernt auszublenden. Es gab ihr so viel, einmal kurz die Prinzessin zu sein. Zumindest in seinen Worten. Auf Feiern streichelte er ihr liebevoll über den Kopf, wenn möglichst viele es sahen und dann sagte er es wieder „Prinzessin“. Ein paar Tage später war er schlecht drauf: schlechte Zahlen von der Firma, Druck und dann machte sie diesen Fehler: Sie vergaß die Tasse gleich in den Geschirrspüler zu räumen. Da hört sie es wieder – und es tat ihr unbeschreiblich weh: „Wer hat hier wieder die Tasse herumstehen lassen“. Er sah sie wutentbrannt und zornig an: „Du bist in jeglicher Hinsicht eine Enttäuschung.” Sie packte die Tasse weg und schwieg wi…
